Projektreise nach Kathmandu Nepal - Bericht im Reutlinger General-Anzeiger Anfang April 2014

Nepalreise mit Schülern und Lehrern der Graf-Eberhard-Schule Kirchentellinsfurt

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- Bericht im Reutlinger General   Anzeiger!

 


Mit einem buddhistischen Glücksschal wurde jedes Mitglied der Reisegruppe von einigen ausgewählten Schülern und der Schulleiterin Karma Choezom Lama  in der Kailash-Bodhi-School in Kathmandu herzlich willkommen geheißen.
Drei Tage lang besuchte die Gruppe, bestehend aus Lehrern  und ehemaligen Schülerinnen der GES, sowie Mitgliedern des Förderkreises  Patenschulen e.V. die Schule. Mit dabei waren auch Winfried und Barbara Krahl, die Vereinsvorsitzende,  die die Reise organisiert hatten.
Am ersten Tag stand eine Besichtigung der Schule und des angeschlossenen Internats an. Die Gruppe erhielt einen ersten Eindruck davon, unter welch einfachen Bedingungen dort Kinder leben und unterrichtet werden und  welche Schwierigkeiten dabei auftreten.
An den nächsten zwei Tagen wurden dann die Klassen 7 – 10 in Kleingruppen besucht. Die Gruppen stellen dabei nicht nur sich und die GES vor und berichteten über  das  deutsche Schulsystem, sie führten dabei auch Unterrichtsmaterial ein, das sie der Schule mitgebracht hatten, vermittelten Brieffreundschaften und tauschten sich  mit einigen nepalesischen Kollegen über  pädagogische und  didaktischen Fragestellungen aus.
Zum Abschluss  wurde der Reisegruppe ein buntes Programm aus traditionellen Tänzen und moderner, eigenkomponierter Musik geboten, das bei allen große Begeisterung hervorrief.
Deutlich wurde an diesen Tagen auch, wo die Schule dringend Hilfe benötigt.
Der Wunsch nach einer kleinen Bücherei, in der sich die Schüler selbstständig  Wissen aneignen können oder auch nur in die Welt der Buchstaben eintauchen können, wird verständlich, wenn man sich die Lebensrealität vieler Schüler der K. B. S. verdeutlicht.
Während ein Teil der Schüler als Externe die Schule besucht und dafür auch Schulgeld bezahlt, ist dies  für viele arme Kinder in Kathmandu einfach nicht möglich. Ihr Besuch kann nur mit Hilfe von außen finanziert werden. Insbesondere für die Kinder aus den armen Bergregionen Nepals, die im Internat leben, wäre ein Schulbesuch undenkbar. In das Hilfsprogramm aufgenommen zu werden, ist ein großer Glücksfall für die Kinder und oft ihre einzige Chance im Leben, auch wenn das heißt, fortan in einem Raum mit 6-9 anderen Mitschülern zu schlafen, außer einer Kiste, in die der ganze  private Besitz passt, einer Schuluniform und einem Satz  Freizeitkleider nichts zu besitzen und die Familie oft über Jahre nicht zu sehen, weil der Heimweg zu weit und zu kostspielig ist.
Allein während die Reisegruppe in Nepal war, wurden zwei Anfragen zur Kostenübernahme an den Verein gestellt:
Raj Shahi Thakuri ein neunjähriger Junge, der bis jetzt eine andere Schule in Kathmandu besucht hatte, musste diese verlassen, weil sein Vater gestorben war und die Mutter und er damit von heute auf morgen mittellos dastanden. Die Mutter muss zurück in die Berge und darauf vertrauen, dass die Familie noch so viel zu essen hat, dass es auch für sie reicht. Eine Schule gibt es dort nicht.     
Ein zweiter Junge, dessen Bruder Narendra Upadaya bereits die K.B.S. besucht, wurde als Straßenkind in Kathmandu aufgegriffen. Betrüger hatten die Notlage der Familie ausgenützt und ihn unter falschen Versprechungen nach  Kathmandu gebracht. Dort lebte er in einem Keller und wurde auf die Straße zum Betteln geschickt.
Für beide Kinder konnten noch während der Reise Paten gefunden werden, so dass ein Schulbesuch für die nächsten Jahre gesichert ist.
Barbara und Winfried Krahl waren während der 14 tägigen Reise überwiegend für die Belange der Schule und des Vereins tätig, während der Rest der Reisegruppe noch eindrucksvolle Tage auf einer Trekkingtour im Annapurna-Gebiet und bei diversen  Besichtigungen rund um  Kathmandu hatte.
Margit Köhler