Zum Tibetag, Flagge, Momos und Reisebericht

Für zwei Tage flatterte sie wieder vor dem blauen Himmel von Kirchentellinsfurts Rathausplatz, die farbenfrohe Fahne Tibets. Bürgermeister Haug konnte sie in diesem Jahr zusammen mit der tibetstämmigen NepalesinTensin Dolma Tamang, die sich zu Besuch in Kirchentellinsfurt aufhielt, hissen. Herr Haug stellt sich damit in die Reihe der Oberhäupter zahlreicher Städte und Gemeinden, die alljährlich um den 10. März an das von China annektierte Land erinnern.
Frau Bettina Kamenowski vom Förderkreis Patenschulen verlas einen in Public-Forum erschienenen Text, der u. a. erzählt, wie die Tibeter – inzwischen Minderheit im eigenen Land – nach legalen Möglichkeiten suchen, ihre tibetische Kultur und Sprache zu leben und lebendig zu halten.

Bürgermeister Haug erinnerte an andere Völker und Regionen dieser Erde, die unter Fremdbestimmung leiden und denen eigene demokratische Entscheidungen verwehrt bleiben. Er gemahnte an die Notwendigkeit, im Alltag demokratisches Miteinander zu leben, füreinander da zu sein und dadurch ein friedliches Miteinander zu fördern. Er freute sich über bürgerschaftliches Engagement, das sich genau für diese Ziele einsetze und gab der Hoffnung Ausdruck, dass der Friede im kleinen sich auch positiv auf die größere Fläche auswirke. Für ihn sei das Hissen der Flagge Tibets auch Symbol für diese Hoffnung.

 

Schon am Abend des 10. März hatte der Förderkreis Patenschulen e.V. zu einem Tibet Abend ins katholische Gemeindezentrum eingeladen und bedankt sich an dieser Stelle ganz herzlich für die Gastfreundschaft der Kirchengemeinde.

 

Tibetische Momos, ganz besonders kunstvoll geformte Teigtäschchen mit Fleisch- oder vegetarischer Füllung in Dampf gegart, kombiniert mit einer würzigen Chili-Tomaten-Soße wurden unter Anleitung von Dolma hergestellt und an hübsch gedeckten Tischen von ca. 40 Gourmets auch gemeinsam genossen. Frau Dr. Tensin Dolma Tamang, eine ehemalige Schülerin der vom Förderkreis Patenschulen e.V. seit 20 Jahren geförderten Kailash-Bodhi-School in Kathmandu ist inzwischen zur Zahnärztin ausgebildet und passionierte Momoköchin. Vom Tibet Abend hörend, hatte sie sich sofort angeboten, mit uns zu kochen.

Der Abend bot im zweiten Teil, wo sich noch einmal weitere Gäste dazugesellten, die Chance, sich an Hand eines Film- und Bildgestützten Reiseberichtetes des Ehepaars Martina Roßi und Steffen Mende in das eindrucksvolle Land auf dem „Dach der Welt“ mitnehmen zu lassen. Die Bilder, die von Westen Tibets, dem sagenumwobenen ehemaligen Königreich Guge über den Heiligen Berg Kailash und seine Region durch kahle Steppenbereiche der einstigen tibetischen Nomaden letztendlich bis in die Hauptstadt Lhasa führten, zeigten die Veränderung durch die starke chinesische Besiedelung deutlich auf, erinnerten aber auch an die tiefe Gläubigkeit der buddhistischen Tibeter und beeindruckten die Besucher der Veranstaltung nachhaltig.

Barbara Krahl