Ostereieraktion in Kirchentellinsfurt

Bestechend bunt: Grundschüler verkaufen Eier für Eritrea und Nepal

„Kauf mich, bitte!“ stand auf einem Ei der Klasse 4a. „Lustig, gell!“, meinte Laura und ihr Klassenkamerad Jonas zeigte auf seine Favoriten, darunter ein „Deutschland-Ei“ in schwarz-rot-gold. Auch italienische und andere Flaggen wurde auf die Eier gemalt – meistens von Jungs. Mädchen malten gerne Hasen, Sonnen, Blumen oder Punkte. Nur eines war wichtig: möglichst bunt!

Mehr als 200 Grundschüler gehen auf die Graf-Eberhard-Schule und alle waren Feuer und Flamme für den jährlichen Ostereier-Verkauf. Im Schnitt 10 hartgekochte Eier brachten die Kinder am Montag den 18.4.11 zum Bemalen mit in ihre Klassen, um sie einen Tag später mit Lehrern und Eltern an den Haustüren und vor den großen Märkten im Tal zu verkaufen. In Leiterwägen und bunten Körben wurden die Meisterwerke sowie selbstgemachte Osterküken unter die Bevölkerung gebracht. Von einigen wurden die kleinen „Osterhasen“ schon richtig erwartet. „Schön, dass ihr da seid“, gestanden vor allem ältere Damen und verdoppelten nicht selten den geforderten Betrag von 50 Cent pro Ei. Schließlich ist die ganze Aktion für einen guten Zweck: Das eingenommene Geld leitet der „Förderverein Patenschulen“ jedes Jahr nach Eritrea und Nepal weiter. In Afrika  wird damit die „Keren Secondary School“ bei der Renovierung unterstützt. Der desolate Zustand des von 4000 Schülern besuchten Gebäudes verbessert sich somit Schritt für Schritt. Im Himalaya fließt das Geld an die Kailash-Bodhi-Schulen, deren Schulleiterin Karma Chozom Lama 2010 auf private Einladung sogar in Kirchentellinsfurt zu Besuch war und vom Schulbau in Simikot und all den Patenkindern berichtete. Sie weiß, wo die Spenden am dringendsten benötigt werden. Und die Kirchentellinsfurter Schüler wissen es auch- durch Erzählungen und Filmvorführungen im Klassenzimmer.

Doch wie viel brachte die Aktion bei bestem Wetter dieses Jahr ein? 2.041,22€ kamen zusammen- so viel wie nie zuvor. Da strahlten Sonne und Kinder um die Wette….

„Ein Glück, dass wir heute Eier im Dorf verkauft haben“, freut sich Miriam aus der 1. Klasse, „denn in unserer Straße war eine Frau, die sich den Fuß gebrochen hat und kaum laufen konnte. So kam sie doch noch zu Ostereiern“. Und schöne Ostergestecke bekamen die Kinder auch zu sehen: Viele Kirchentellinsfurter hatten ihre Vorgärten bereits geschmückt und erfreuten damit die Kinder. „Wir haben Namen lesen geübt“, berichteten einige Zweitklässler. „Gepard“ war der beste Name, aber da wohnte ein freundlicher Mann und kein Raubtier. Vielleicht stand ja auch nur „Gebhard“ dort…

                                                                                                                              (Ruth Setzler)