Bericht über den Besuch „Keren Secondary School“ am 30.12.2011 in Keren

Am Vormittag des 30.12.2011 wurde unsere kleine Reisegruppe am Schultor der Keren Secondary School vom Schulrat, dem Schuldirektor, dem für das Projekt zuständigen Ingenieur Zerigabir und Mitgliedern des Lehrer/Eltern-Komitees (parents-teachers-association) herzlich empfangen.
Unser erster Weg führte natürlich zu den neuen Toilettenanlagen. Schon von weitem sahen wir am Berghang die beiden Toilettenhäuschen, und unsere Freude darüber war groß.
Die Anlagen sind fast fertig gestellt. Die Malerarbeiten im Inneren sind abgeschlossen, und  danach werden die Hochspülkästen und die Waschbecken angebracht.
Für den Wasserhochbehälter wurde als Fundament ein Steinhaus gebaut, welches dem Hilfspersonal  als Rückzug sowie zum Aufbewahren von Geräten dienen soll.
Der Septiktank wurde in die Erde gebaut. Die festen Bestandteile der Fäkalien werden, wenn der Tank voll ist, als Dünger verwendet. Die flüssigen Bestandteile versickern im Erdreich.
Während unseres Besuchs wurden mit einem Eselkarren auch die Rohre herangefahren, durch die das Wasser vom Wasserreservoir zum Wasserhochbehälter gepumpt wird.
Anschließend wurden wir zu einem Schultrakt mit 4 nebeneinander liegenden Klassenzimmern geführt. Der Schuldirektor informierte uns nun über eine Projektänderung. Anstatt wie geplant das Bibliotheksgebäude zu sanieren (es ist der Pferdestall der ehemaligen italienischen Militäranlage), sollen nun die 4 Klassenzimmer zu einer großen Bibliothek umfunktioniert werden. Es gibt inzwischen eine weitere Sekundarschule in Keren, so dass diese 4 Klassenräume frei geworden sind. Dies bedeutet wesentlich mehr Platz für die Bücher, zum Arbeiten und auch für das geplante Aufstellen von Computern. Diese Maßnahme hat keine Auswirkung auf die im Finanzierungsplan aufgeführten Kosten. Das BMZ wurde bereits darüber informiert und hat die Änderung akzeptiert.
Danach wurde uns das Gelände gezeigt, wo demnächst die Bewässerungsanlage gebaut werden soll.
Der Ingenieur meinte, dass in spätestens 4 Monaten das Projekt abgeschlossen sei.
Die Schüler der Graf-Eberhard-Schule sammelten anlässlich des Weihnachtsgottesdienst 230 € für den „Förderkreis Patenschulen e.V.“ Mit der Hälfte des Geldes sowie noch weiteren 65 € von einigen Schülerinnen der Klasse 3b (sie verkauften auf dem Weihnachtsmarkt Selbstgebasteltes) kauften wir in der Hauptstadt Asmara Sportgeräte (Fußbälle, Fußballtornetze, Volleybälle und Ballnetze).
Wir wurden von unserem Empfangskomitee eingeladen, um 17 Uhr nach Schulschluss nochmals zu kommen, um die Sportgeräte persönlich an die Schüler zu übergeben.
Dies war dann auch eine richtig schöne Zeremonie. Ein Schüler hielt auf Englisch eine Dankesrede, die für die Schüler der Graf-Eberhard-Schule bestimmt war.
Uns deutschen Besuchern fiel die friedliche und fröhliche Atmosphäre unter den cirka 2000 Schülern (Nachmittagsschicht) auf. Auf meine Frage an den Schuldirektor, ob es hier immer so friedlich zugehe, meinte er lächelnd:“ Natürlich! Für die Kinder ist es ein Privileg, diese weiterführende Schule besuchen zu können. Keiner wird hier einen Streit anfangen  und riskieren, die Schule verlassen zu müssen.“
Es gibt im Schulgelände 3 kleinere Sportplätze, die eifrig benutzt werden, obwohl der Betonboden ziemlich stark beschädigt ist und viele Löcher und Risse hat, was auch öfters zu Verletzungen führt. Im Zuge der Sanierungsmaßnahmen soll auch der Boden wieder glatt gemacht werden.
Abends wurden wir dann als Dank für unsere finanzielle Hilfe bei diesem Sanierungsprojekt von unseren Projektpartnern zu einem Essen eingeladen.
Dass unsere Hilfe ankommt und sinnvoll ist- davon waren wir nach diesem Besuch alle überzeugt.                                
                                                                                                                 Dorothea Graf