Neue Schule - Heiliger Berg

Zu einem Abend unter dem Motto “Neue Schule - Heiliger Berg” hatte der Förderkreis Patenschulen e.V. am Vorabend des Tibettages in die Aula der Graf-Eberhard-Schule eingeladen. Ca 80 Interessierte waren gekommen, um sich bei einem Teller Dhal-Bath, einem traditionellen nepalesischen Reis-Linsengericht und eindrucksvollen Fotos zunächst nach Kathmandu, der Hauptstadt des Landes entführen zu lassen. Von dort startete dann der Flieger nach Simikot im äußersten Nordwesten des Landes. Dort wurde der Neubau einer Schule eingeweiht, die von Kirchentellinsfurt aus durch den Förderkreis Patenschulen finanziert worden war. In diesem Zusammenhang tauchte auch zum ersten Mal der Name des heiligen Berges Kailash auf, denn nach ihm sind die Kailash-Bodhi-Schulen benannt, sowohl die zwei Zweigschulen im hohen Himalaya, als auch die Stammschule in Bodtnath bei Kathmandu, die schon seit 12 Jahren von Kirchentellinsfurt aus unterstützt wird. Von Simikot aus bewegten sich schon Jahrhunderte lang Pilgergruppen in Richtung des von vier Religionen verehrten Berges. Diesen hatten sich denn auch im Oktober 2011 Mitglieder des Vereins als Ziel vorgenommen. Michael Schütze erzählte als einer der Tourteilnehmer zu eindrucksvollen Bildern von den landschaftlichen Eindrücken der alten Salzstraße, dem Auf und Ab durch die Hochtäler des Himalaya und von besonderen Begegnungen mit Yak- und Ziegenkaravanen, aber auch von der nächtlichen Kälte und den Anstrengungen, sich in der dünnen Höhenluft zu bewegen. Belohnt für die Mühen wurden die Reisenden, die auf chinesisch-tibetischen Gebiet in Geländewagen weiterfuhren, durch den beeindruckenden Anblick des pyramidenförmigen schneebedeckten Berges, an dem  vier der wichtigsten Flüsse des asiatischen Raumes entspringen. Die Gruppe legte die Runde um den Berg zu Fuß zurück und wurde dabei von manch einem schnellen tibetischen Pilger überholt. Leider wird sich diese Situation am Berg, dessen Kora in den vergangenen Jahrhunderten so viele Pilger zu Fuß umwandert oder sogar mit ihrer eigenen Körperlänge ausgemessen haben, sehr verändern. Die Chinesen planen, ihn mit einer befahrbaren Straße zu umrunden. Auch sind sie bereits dabei, eine Straße nach Nepal hinein bis nach Simikot zu bauen. Bleibt nur zu hoffen, dass der Nutzen dieser Straße auch wirklich zu einer Verbesserung der extremen materiellen Not vieler Gebirgsbewohner führt. Auch nach dem Vortrag blieben viele Gäste noch beisammen, um über den Inhalt des Vortrages zu diskutieren und sich auszutauschen. Eine rundum gelungene Veranstaltung!
Barbara Krahl